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Ein denkwürdiges Spitzenspiel

veröffentlicht um 11.03.2012, 03:52 von Martin Lütgemeier   [ aktualisiert: 11.03.2012, 07:00 ]
Dass sich die Spielerinnen und Spieler des PSV Bielefeld am Samstag um etwa 17 Uhr jubelnd in den Armen lagen, war nur eine halbe Stunde zuvor noch fast undenkbar gewesen. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen sie 1:2 Sätze und 3:13 Punkte gegen den TUS Brake scheinbar hoffnungslos zurück. Und auch die dann begonnene und nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd schien zu spät zu kommen, hatten die Scheinriesen doch bei 24:22 ihre ersten beiden Matchbälle. Aber diese konnte der PSV abwehren wie auch die weiteren Matchbälle bei 24:25, 25:26 und 26:27, um dann selber mit dem ersten Satzball den Satzausgleich herzustellen.
Anschließend kam es wie so oft, wenn eine Mannschaft es nach 0:2 Satzrückstand noch in den fünften Satz schafft, und die PSV-ler hatten dann keine allzu große Mühe mehr, auch diesen entscheidenden Satz und damit das Spiel (und wohl auch die Meisterschaft) für sich zu entscheiden.
Allerdings hatte es sich der amtierende Meister vor allem selbst zuzuschreiben, überhaupt in diese missliche Lage gekommen zu sein. Im ersten Satz stellt er nach gutem Beginn plötzlich die Annahme- und Abwehrarbeit fast vollständig ein und hatte so den druckvollen Aufschlägen und Angriffen der stark und entschlossen auftretenden Braker nichts mehr entgegenzusetzen. Auch im zweiten Satz änderte sich das Bild zunächst nur wenig. Brake agierte weiterhin sicher und kampfstark während das Aufbau- und Angriffsspiel vom PSV - traditionell ihre große Stärke - oftmals schon in der Annahme hängen blieb. Als sich dann endlich kurz vor Satzende das Blatt zu wenden schien, beging der PSV einen fatalen Aufstellungsfehler, so dass es, nachdem dieser entdeckt und ordnungsgemäß durch Punktabzug bestraft worden war, plötzlich 23:23 anstatt 24:22 stand. Verunsichert durch diesen Aussetzer wurde dann auch gleich der Satz nach zwei leichten Fehlern mit 23:25 abgegeben.
Im Satz Nummer drei zeigten die PSV-ler dann urplötzlich ein ganz anderes Gesicht. Sie machten kaum eigene Fehler, setzten Brake nun ihrerseits mit gezielten Aufschlägen unter Druck und kamen so zu vielen leichten Punkten. Brake zeigte sich aber trotz des 14:25 unbeeindruckt und knüpfte im vierten Satz an die Leistungen der ersten beiden an. Aber eben nur bis zum 13:3. Und das hat in diesem denkwürdigen Spiel einfach nicht gereicht.
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